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Werde Klimatarier: So verkleinerst du deinen CO2-Fußabdruck

Wie viel CO2 verbrauche ich eigentlich und was hat meine Ernährung damit zu tun? Janina hat sich der Klimatarier-Challenge gestellt, das heißt: klimafreundlicher leben – und essen. Wie das funktioniert und was ihr selber tun könnt, erklären wir euch hier.

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Das Klima ändert sich und auch wir nehmen Einfluss darauf – zum Beispiel mit unser Ernährung (Foto: Unsplash/ William Bossen)

Die Zahlen sind zwar oft gehört, aber dennoch jedes Mal wieder erschreckend: Jedes Jahr verbrauchen wir 50 Prozent mehr Ressourcen, als die Erde in dieser Zeit nachgenerieren kann. Geht das so weiter, brauchen wir – so sagt er der Living Planet Report vom WWF aus – im Jahre 2030 zwei komplette Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Doch nicht nur die knapper werdenden Ressourcen an sich sind ein Problem: Durch die hohe Nachfrage nach tierischen Produkten, durch unsere extreme Mobilität und auch Konsum von zum Beispiel Kleidungsstücken steigt der CO2-Verbrauch immer weiter. Zeit, etwas zu tun, dachten sich die Menschen hinter dem Projekt „Klimatarier“ und starteten eine deutschlandweite Aktion, die so viele Menschen wie möglich dazu aufrufen soll, den eigenen CO2-Fußabdruck zu erkennen und so gut es geht zu verkleinern.


Mit kleinen Schritten große Wirkung erzielen

Es ist ja immer schwierig, seine Gewohnheiten von jetzt auf gleich komplett zu ändern. Deswegen hat die Klimatarier-Challenge sieben Grundregeln, die Challenge dauert drei Wochen und steigert sich im „Schwierigkeitsgrad“ von Woche zu Woche. Das, meiner Meinung nach, beste Feature: der CO2-Rechner. In das Tool kann man seine Lebensmittel eingeben und sich ausrechnen lassen, wieviel Co2 sie verbrauchen. Dabei werden gefällte Bäume als Richtwert angegeben, damit man sich in etwa die Auwirkungen vorstellen kann. Mein Tipp: Wer in seiner Challenge über die Ernährung selbst hinausgehen will, kann zusätzlich auf dem Rechner von MyClimate ausrechnen, wie stark Autofahrten oder Flugreisen die Umwelt belasten (… und nebenbei spenden, um das wieder auszugleichen!). Die sieben Grundregeln der Klimatarier-Challenge sind schnell erklärt:

1. Pflanzen statt Tiere

Die Viehzucht, die Produktion von Fleisch, vornehmlich Rindfleisch, aber auch die Herstellung von Milchprodukten verursacht enorm viel CO2. Die größte Veränderung, die man also durchführen kann, ist: Verzicht und kluger Austausch. Butter durch Margerine ersetzen zum Beispiel, oder statt jeden Tag Käse zu essen, ihn einfach so oft es geht, weglassen.

2. Regional, saisonal & bio

Klar: Was hier bei uns wächst, muss nicht lange um die Welt geflogen werden. Und Obst und Gemüse, das gerade Saison hat, muss nicht im Treibhaus wachsen. Entscheidend ist es dabei aber, dass man versucht, auf alle drei Faktoren zu achten und gut gegeneinander abzuwägen: Denn ein Apfel, der außerhalb der Saison seit vielen Monaten hier in Deutschland im Kühlhaus gelagert wird, verbraucht mehr CO2 als einer, der aus Neuseeland eingeflogen wurde.

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Nichts ist besser, als auf dem Markt oder im Supermarkt nach frischem, saisonalen Gemüse zu greifen! (Foto: Unsplash/ Peter Wendt)

3. Essen ist kein Abfall

Was für unsere Großeltern noch vollkommen selbstverständlich war, ist für uns heute schon fast zum Problem geworden: Immer bleibt Essen übrig, wir kaufen zu viel ein und schmeißen dann doch wieder die Hälfte weg. Dabei ist Essen ein echter Luxus und sollten bedacht eingekauft werden.

4. Selber kochen

Wer selber am Herd steht, hat sozusagen die ganze Macht: Man kann sich selber seine Lieblingszutaten zusammensuchen, die Menge bestimmen und weiß ganz genau, was am Ende auf den Tisch kommt.

5. Weniger ist mehr

Es müssen nicht immer hunderte verschiedene Zutaten und Gewürze sein: die pursten Kombinationen sind meist die besten. Und weniger Zutaten heißt auch: Weniger Abfall, weniger CO2-Verschwendung.

6. Entdecke die Vielfalt

Das heißt: Nach alten Sorten auf dem Wochenmarkt Ausschau halten, die der Bauer nebenan selber züchtet. Mit Freunden, Eltern, Großeltern reden und sie nach ihren Lieblingsrezepten ausfragen – überall steckt etwas Neues! Und vor allem Omas Rezepte enthalten oft einfache Gerichte mit wenigen, regionalen Zutaten. Auch hilfreich: alte Kochbücher durchstöbern!

7. Begeistere deine Freunde

Klar: Je mehr mitmachen, umso besser!


Meine Erfahrungen als Klimatarier

Die erste Woche

So sehen die Regeln für die erste Woche aus:

  • Tausche Butter gegen Margerine
  • Erzeuge pro Tag nicht mehr als 8 kg CO2 mit deinem Essen

8 kg CO2 – das klingt viel, ist aber schnell erreicht. Da ich mich jedoch ohnehin für den Zeitraum des Projekts für eine rein pflanzliche Ernährung entschieden habe und – zum Glück! – ein riesen Fan des zur Zeit saisonalen Gemüses bin, fiel mir das überhaupt nicht schwer. Spannend wäre es allerdings zu wissen, wie es um heißgeliebte Snacks wie Schokolade oder auch ein Glas Wein bestellt ist.

So in etwa sehen meine Berechnungen in dieser Woche aus:

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Der Rechner unterstützt dich während der Klimatarier-Challenge.

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Ganz viel Gemüse: So kommt man super durch die Klimatarier-Challenge!

 Die zweite Woche

  • Wirf keine Lebensmittel weg!
  • Finde die drei klimaschädlichsten Lebensmittel in deinem Kühlschrank und entdecke eine Alternative!

Nichts wegzuschmeißen, das fällt mir immer wieder schwer. Ich leide unter dem typischen „Da sind die Augen wohl wieder größer als der Magen“-Syndrom und koche immer viel zu viel. Auch im Supermarkt ist immer alles so verlockend, dass oft mehr im Einkaufswagen landet, als ich brauche. Also ziehe ich diese Woche mit einem Speiseplan und einem Einkaufszettel los und entstaube meine Tupperdosen. Das ist ziemlich praktisch, denn das übrig gebliebene Curry vom Abend ist am Mittag im Büro ein super Essen.

Bei der Bestandsaufnahme im Kühl- und Speiseschrank schneide ich ziemlich gut ab, bis auf den Käse natürlich, der vorerst ersatzlos gestrichen ist.

Die dritte Woche

  • Probiere eine Woche lang Gerichte aus, die nur 3 Zutaten enthalten!
  • Kaufe beim nächsten Einkauf ein pflanzliches Lebensmittel, das du noch nie gegessen hast!

Gerichte mit nur drei Zutaten? Perfekt für ein schnelles Essen zum Feierabend! Ich habe dafür einfach verschiedene Gemüsesorten zusammengemischt und im Ofen gegart – einfach, aber himmlisch lecker.

Da ich – eigentlich – kein Fan von Ersatzprodukten bin, war es für mich ziemlich einfach, ein pflanzliches Lebensmittel zu finden, das ich noch nie gegessen habe. Für die Pfannkuchen mit Haselnussmilch habe ich besagte Haselnussmilch gekauft und war begeistert! Der leicht nussige Geschmack ist wirklich, wirklich gut und die Pfannkuchen defintiv eine kleine Sünde wert. Hier das Rezept für euch:

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Vegane Pfannkuchen mit Haselnussmilch – so gut! (Bild: Becel/ Unilever)

Zutaten für vier Portionen:

• 200 g Mehl
• 1 TL Backpulver (leicht gehäuft)
• 1 Jodsalz
• 50 g Zucker
• 75 g Margarine (z.B.: Rama)
• 200 g Haselnussdrink (z.B. von alpro)
• 1 Banane
• 20 g Haselnuüsse (gehackt)

Zubereitung:
1. Mehl, Backpulver, 1 Prise Salz und Zucker in einer Schüssel
vermischen. 50 g Rama in der Pfanne schmelzen und
dazugeben. Banane schälen, zerdrücken und mit der Nussmilch zugeben und die Zutaten
mit dem Schneebesen zu einem glatten Teig verrühren.
Haselnüsse untermischen.
2. Portionsweise 8 Pfannkuchen backen. Dafür in der Pfanne
jeweils 1 TL Rama erhitzen. Eine kleine Kelle Teig hinein-
geben. Den Pfannkuchen backen, bis sich an der Ober-
fläche kleine Bläschen bilden. Den Pfannkuchen wenden
und von der anderen Seite ebenfalls leicht goldbraun
backen.

Mehr Rezepte findet ihr übrigens hier.


Mein Fazit

Ich war schon immer ein kleiner Klima-Streber, habe das aber bisher komplett unabhängig von meiner Ernährung gemacht und vor allem auf den Transport geachtet, das heißt, Zug vor Flugzeug bevorzugen, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Dass die Ernährung so einen großen Einfluss hat, hätte ich nicht gedacht. Komplett pflanzlich, regional und saisonal zu leben: Das macht schon jede Menge aus. Hier gilt aber auch, dass das richtige Maß entscheidend ist – es ist okay, auch mal zu einer Banane zu greifen, wenn es dafür am nächsten Tag wieder der regionale Rhabarber ist. Vor allem zu lernen, nicht so viele Lebensmittel wegzuschmeißen, fand ich wichtig, ebenso wie ein Gefühl dazu zu bekommen, wie viel CO2 in jedem Lebensmittel steckt.

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