First Food

#berlinbites: roh vegan Backen

Der Rohkost-Trend geht in die nächste Runde, denn jetzt wird auch roh „gebacken“. In ihrer Feinkost-Maufaktur in Berlin Prenzlberg fertigen Franziska und Alex täglich köstliche Kuchen & Co. an. Alles ist raw, zu 100% vegan, gluten- und zuckerfrei. Kann nicht schmecken? Tut es aber! Mir hat Alex im Mini-Interview erzählt, worauf  es beim Roh-Veganen-Backen ankommt und dazu das Rezept für seine himmlische Obsttorte verraten. Ausprobieren!

(Foto: Superfrans)

Franziska hinter ihrer Theke im Superfrans. (Foto: Superfrans)

Franziska und Alex erfüllten sich im September 2015 einen Traum und eröffneten die „Superfran’s Feinkost-Manufaktur“ im Prenzlauer Berg. Hier bieten sie seitdem vegane Feinkost von Hand gezaubert und aus besten Bio-Zutaten an. Alle Rohkost-Speisen sind dazu zu 100% gluten- und zuckerfrei. Wer jetzt denkt: „Nur Salat oder was?“ hat weit gefehlt! In der Manufaktur gibt es neben Torten, Kuchen und Pralinen auch frische Smoothies & Säfte, verschiedenste Rohkost-Cracker, -Chips & -Kekse, sowie wöchentlich wechselnde Mittagsangebote.

Die Feinkost im „Superfrans“ soll aber weitaus mehr als nur lecker sein: Franziska und Alex wollen ihren Kunden mit ihren Produkten eine Alternative zur überzuckerten, genmanipulierten, chemisch behandelten Nahrung bieten. Deshalb kaufen sie nur bio-vegane Zutaten ein. Es gibt keine Fertigprodukte und die beiden kennen den Herstellungsprozess von allen Lebensmitteln, die sie verwenden. Daraus zaubern sie dann von Hand ihre Feinkost-Kreationen.

Und auch Nachhaltigkeit ist im „Superfrans“ wichtig: Die Verpackungen sind nicht aus Plastik, sondern aus Papier. Exotische Früchte werden Fair-Trade eingekauft und Obst und Gemüse stammen von regionalen Bauern. Was roh veganes „Backen“ eigentlich bedeutet, wie Torten & Co. letztendlich fest werden und worauf es dabei sonst noch ankommt, hat mir Mitbegründer Alex im Mini-Interview verraten.

(Foto: Superfrans)

Mmhhh! Cremige Schokotorte mit Physalis. (Foto: Superfrans)

Roh vegan Backen: 5 Fragen an Alex aus dem „Superfrans“

Was für roh vegane „Backwaren“ habt ihr in eurem Sortiment?
Wir haben jede Woche ein wechselndes Angebot an Torten, Kuchen, Pralinen, Keksen und anderen süßen Leckereien. Schoko-Nuss-Brownies, Papaya-Cheesecake, Mohn-Schnitten, Schoko-Trüffel und Marzipan-Kartoffeln gehören zu unserem festen Sortiment und werden immer angeboten. Darüber hinaus gibt es bei uns auch herzhafte Speisen wie Quiches, Flammkuchen und Kräcker.

Was bedeutet roh vegan „Backen“ eigentlich genau?
Wir stellen unser gesamtes Angebot im schonenden Rohkost-Verfahren her, sodass die wichtigen Nährstoffe in den Zutaten erhalten bleiben. Im Detail bedeutet das, dass die verwendeten Zutaten nicht über 42°C erhitzt werden. Es wird also kein Backofen benötigt. Für einige unserer Produkte benutzen wir stattdessen einen Dehydrator (Dörrgerät), der auf niedriger Temperatur betrieben werden kann. Bei den meisten „Backwaren“ kommen wir aber sogar ganz ohne Erhitzungsprozess aus.

Wie „backt“ ihr eure Teige und Kuchen dann? Wie werden sie fest?
Einige unserer Kuchen und auch unsere Quiches machen wir zum Beispiel mit einem Buchweizenboden. Wie bei einem „normalen Teig“ wird eine Masse hergestellt, die dann anschließend bei 42°C getrocknet wird. Auf der anderen Seite produzieren wir Tortenböden, die nicht trocknen müssen, sondern fest werden, zum Beispiel auf Basis von Trockenfrüchten. Damit diese Kuchen fest werden, geben wir Kokosöl in den Teig. Sobald das erkaltet, wird es nämlich fest. Nach diesem Prinzip funktionieren auch die Cremes für die Torten. Nach der Fertigstellung kommen die Torten für mehrere Stunden in den Kühlschrank, dort ziehen sie durch und werden fest. Die meisten Rohkost-Torten sind durch ihren hohen Cashew– und Kokosöl-Anteil oft sehr fest und kompakt – wir haben verschiedene Möglichkeiten gefunden, dem entgegen zu wirken und die Torten etwas leichter und fluffiger zu machen, zum Beispiel mit etwas Banane in der Teigmasse. Ewas Lecithin lockert den Teig ebenfalls auf und macht die Backwaren dazu länger haltbar.

(Foto: Superfrans)

Perfekt zu Kaffee oder Tee: die Schoko-Nuss-Brownies. (Foto: Superfrans)

Mit welchen Produkten kann man tierische Zutaten wie Eier, Milch und Butter ersetzen?
Tierische Zutaten lassen sich problemlos durch pflanzliche ersetzen: Soja- oder Kichererbsenmehl statt Ei, Jogurt und Milch aus Nuss oder Soja, Pflanzenfett statt Butter und Guakernmehl als Verdickungs- und Bindemittel – die Zahl der Alternativen ist groß. Jedoch funktionieren diese Ersatz-Zutaten nicht bei allen Teigen gleich. Jeder Teig ist anders. Da muss man aufpassen.

Worauf sollte man beim roh veganen Backen besonders achten?
Insbesondere die kleinen Tricks und Kniffe können manchmal sehr viel bewirken. In der Rohkost-Küche muss man das Spiel mit den verschiedenen Konsistenzen gut beherrschen, um einwandfreie Ergebnisse zu erzielen. Deshalb heißt es recherchieren, ausprobieren und üben. Wie wird meine Tortencreme fest? Und was muss in die Kühlung? Wenn man die grundlegenden Dinge ein Mal beherrscht und die verschiedenen Hilfsmittel (Kokosöl, Guarkernmehl, Lecithin, etc.) kennengelernt hat, kann man schon eine Menge ausprobieren.

Torten-Rezept: „Superfran’s roh vegane Obsttorte“

(Foto: Superfrans)

Easy und lecker: roh vegan Backen mit „Superfrans“. (Foto: Superfrans)

Zutaten für eine Torte:

Für den Boden:
100g Rosinen
100g Kokosflocken
50ml Kokosöl
50ml Agavendicksaft

Für die Creme:
200g Cashews
200ml Kokosöl
2 Bananen
100ml Agavendicksaft
je 2 Orangen und Zitronen Saft und Abrieb

Für das Topping:
200g Johannisbeeren
200g Himbeeren
200g Blaubeeren
Zitronenmelisse

Was ihr noch braucht:
Für dieses Rezept braucht ihr einen guten Mixer, um die Konsistenz der Creme schön fein zu bekommen, einen Tortenring und eine Tortenplatte. Praktisch sind ebenfalls Teigschaber (um die Masse schön glatt streichen zu können) und ein Nudelholz (zum Ausrollen des Teigs, funktioniert aber auch notfalls per Hand).

Und so wird’s gemacht:

1. Cashews über Nacht in kaltem Wasser einweichen.
2. Für den Boden die Rosinen für 15 Min. in kaltem Wasser einweichen, anschließend abgießen, gut spülen und in den Mixer geben.
3. Kokosöl und Agavendicksaft hinzufügen und alles fein pürieren.
4. Kokosrapsel in eine Schüssel geben und mit der pürierten Masse gut vermengen.
5. Den fertigen Teig flach auf Backpapier ausrollen, auf die Tortenplatte setzen und den Tortenring (ca. 24cm) darauf setzen. (Überschüssigen Teig sofort naschen!)
6. Für die Creme die eingeweichten Cashews in einen Mixer geben und Kokosöl, Agavendicksaft, Zitrus-Saft und -Abrieb hinzugeben und zu einer feinen Masse pürieren.
7. Anschließend Banane hinzufügen und fein pürieren, mit Vanille abschmecken und ca. 200g der Früchte vorsichtig unterheben.
8. Die Creme-Masse auf den Boden in den Tortenring geben, mit dem Teigschaber glatt streichen, luftdicht abdecken und für min. 6 Std. im Kühlschrank durchziehen lassen.
9. Abschließend die Torte mit den restlichen Früchten und der Zitronenmelisse verzieren und gekühlt genießen.

, , , , , , , , ,

2 Kommentare zu #berlinbites: roh vegan Backen

  1. Evita 16. Juni 2017 um 20:03 #

    … ohhh super schön , das werde ich machen 🙂
    ….. danke schön <3

    • Teresa Lehner
      Teresa Lehner 19. Juni 2017 um 9:01 #

      Liebe Evita,

      toll! Dann ganz viel spaß beim Nachbacken und Genießen!

      Liebe Grüße,

      Teresa

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: