First Food

Clean Eating: Gut für Körper und Seele

Clean Eating

Druckfisch im Handel: Das Buch Clean Eating von Sarah Schocke und Eva Dotterweich (Christian Verlag, ca. 30 Euro)

Clean Eating heißt der neue Ernährungstrend, der aus den USA kommt und momentan in aller Munde ist. Die Autorinnen Sarah Schocke und Eva Dotterweich schwören schon lange auf das Ernährungskonzept und haben dem Thema jetzt ein ganzes Buch gewidmet. Was die Leser darin erwartet, verraten die beiden slowly veggie!-Redakteurin Isabell im Interview:

 

Könnt ihr kurz beschreiben, was ihr persönlich unter Clean Eating versteht?

Sarah: Clean Eating heißt: Echtes Essen essen. Also möglichst unverarbeitete Lebensmittel kaufen und selbst den Kochlöffel schwingen.

 

Wie kamt ihr dazu, euch für das Thema zu begeistern?

Eva: Das war ein schrittweiser Prozess. Je öfter wir in der Küche standen und selbst gekocht haben, je mehr Rezepte und neue Lebensmittel wir ausprobiert haben, umso seltener haben wir zu Fertiggerichten gegriffen. Das hat einfach nicht mehr geschmeckt. Der gesundheitliche Aspekt kam erst später. Heute kochen wir mit Bio-Lebensmitteln, möglichst regional und saisonal. Früher war das ganz natürlich, wir mussten das erst wieder entdecken.

 

Euer Konzept beinhaltet Anbau, Einkauf, Rezepte und  Sport. Letzteren hätte man zunächst gar nicht darin vermutet. Wie passt Sport zu Clean Eating?

Sarah: Wer sich stundenlang in die Küche stellt, um sich mit selbst gemachtem Essen etwas Gutes zu tun, der kriegt automatisch Hummeln im Hintern. Und die wollen bewegt werden! Die Kombination aus gesunder Ernährung und Bewegung, möglichst draußen an der frischen Luft, macht fit und glücklich – man fühlt sich einfach toll!

Die Autorinnen: Sarah (links) und Eva (rechts)

Die Autorinnen: Sarah (links) ist Ökotrophologin und Vegetarierin. Nicht nur in dem gemeinsamen Buch, auch auf ihrem Blog zeigt sie ihre Liebe zum Kochen, Essen und Genießen. Auch Eva (rechts) isst überwiegend vegetarisch und beschäftigt sich seit Jahren beruflich wie privat mit Ernährung, Gesundheit und Fitness.

 

Warum lohnt es sich Clean Eating auszuprobieren?

Eva: Wir haben durch Clean Eating noch mal ganz neue Lebensmittel kennengelernt, etwa Kokosblütenzucker oder Kastanienmehl. Da hätten wir früher nie zugegriffen, jetzt gehören sie in unseren Vorratsschrank, weil sie neue, spannende Aromen mitbringen. Für uns sorgt Clean Eating für gute Laune und Glück im Bauch. Wer sich hinstellt und selber schnippelt und kocht, der wird nicht nur mit einem tollen Geschmack belohnt, sondern ist auch stolz auf das Selbstgekochte. Man genießt ganz anders und das macht einfach glücklich!

 

Bei welchen Lebensmitteln ist es eurer Meinung besonders wichtig, dass sie so naturbelassen wie möglich sind?

Sarah: Wir versuchen bei allen Lebensmitteln darauf zu achten, dass sie möglichst naturbelassen sind. Zugegeben, Mehl kaufen wir meist gemahlen und auch Nudeln machen wir nicht immer selbst. Aber es geht darum, generell einen Blick für Inhaltsstoffe und die Zusammensetzung der Lebensmittel zu bekommen. Wer einmal einen Ketchup selbst gemacht hat, fragt sich, warum 10 oder mehr Inhaltsstoffe auf dem Etikett stehen. Wir wollen dazu anregen, sich damit zu beschäftigen, was in den Lebensmitteln und Produkten drin steckt. Erst dann können wir eine bewusste Entscheidung treffen: Ja, darauf habe ich Lust, das will ich. Oder: Nein, da ist mir zu viel Chemie drin, ich mache das lieber selbst.

 

Clean Eating ist sehr zeitintensiv, man bereitet Brühe oder Ketchup selbst zu oder baut Gemüse an: Ist das Ernährungskonzept wirklich alltagskompatibel?

Eva: Uns geht es darum, Ideen zu liefern und zu zeigen: Es ist gar nicht schwer, Brühe oder Ketchup herzustellen. Das schmeckt sogar noch besser und ich kann selber entscheiden, was ich drin haben will. Wenn ich Clean Eating mache, heißt das nicht, dass ich immer alles selber mache, sondern vor allem, dass ich bewusster mit Lebensmitteln umgehe. Aber ja, es stimmt: Wer viel selbst kocht, und das vorher vielleicht nicht gemacht hat, für den ist die Umstellung erstmal zeitintensiv. Aber es ist Qualitätszeit, die sonst vielleicht vom Fernseher, PC oder Smartphone „verschluckt“ worden wäre. Am Ende springt auch noch ein leckeres Essen dabei raus.

 

Habt ihr Tipps, z.B. für Berufstätige oder Mütter, die es leichter machen, Clean Eating im Alltag umzusetzen?

Sarah: Ich bin selbst berufstätige Mutter. Da klappt es nicht immer, Clean Eating im strengsten Sinne umzusetzen. Brot und Brötchen selber backen etwa, fällt häufig unter den Tisch. Stattdessen gibt es das Vollkornbrötchen vom Bäcker. Im Buch haben wir deshalb einen 5-Tage-Plan mit schnellen Rezepten, die dauern nicht länger als 30 Minuten. Man kann aber auch mit kleinen Änderungen viel erreichen: Wer von Weißmehl und raffiniertem Zucker auf Vollkornmehl und Vollrohrzucker umstellt, hat schon einen großen Schritt getan.

 

Außerhalb essen gehen, ist das dann überhaupt noch möglich?

Eva: Klar. Wir sagen ja nicht: Ihr müsst immer und überall clean essen. Manches schmeckt auch gar nicht in der Vollkornversion. Das gönnen wir uns dann ganz bewusst und genießen das. Wir halten nichts von Verboten oder Kalorienzählen. Aber wir legen viel Wert auf einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln.

 

Richtet sich euer Buch hauptsächlich an Vegetarier und Veganer oder kommen auch z.B. Flexitarier auf ihre Kosten?

Sarah: Wir haben viele vegetarische Rezepte im Buch, weil ich Vegetarierin bin und Eva nur ab und zu Fleisch isst. Wir haben aber auch ein paar Fleisch- und Fischrezepte im Buch.

 

Euer persönliches Lieblingsrezept aus dem Buch ist…?

Eva: Ganz oben auf dem Treppchen stehen das Graupenrisotto und der Brombeer-Crumble!
Sarah: Oh, ich kann mich nicht entscheiden. Minikäsekuchen? Oder Herbstburger mit Camembert und Walnüssen? Beide!

 

Danke euch beiden für das Gespräch!

 

Wer nun Appetit bekommen hat oder neugierig geworden ist. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das Buch der beiden:

Herbstburger mit Pilz-Walnuss-Camembert

Herbstburger

Der Burger mit gebratenen Camembert, Pilzcreme und Birnenscheibe macht trübe Herbsttage bunter

Zutaten für 2 Portionen
150 g braune Champignons oder andere Pilze (zum Beispiel Pfifferlinge, Kräutersaitlinge, Steinpilze) oder Maronen
-1 Schalotte
-1 Knoblauchzehe
-1 Zweig Thymian
-2 EL Butter
-1 kleine Birne
-2 Blätter Eichblattsalat
-50 g Walnüsse
-1 Ei (Größe L)
-1 kleiner, runder Camembert (ca. 100 g)
-1 EL Vollkornmehl
1 EL Öl
2 selbstgemachte Dinkel-Buchweizen-Brötchen (siehe Rezept unten)

Zubereitung (50 Minuten)

1 Pilze putzen und vierteln. Schalotte und Knoblauch abziehen und fein hacken. Thymian waschen, trocken schütteln, Blättchen abzupfen und fein hacken. Pilze in einer beschichteten Pfanne ohne Fett bei mittlerer Temperatur unter Schwenken 5–7 Minuten braten, bis das Wasser ausgetreten und wieder verdampft ist. Dann 1 EL Butter, Zwiebel und Knoblauch dazugeben und unter Rühren 3–4 Minuten anbraten. Auskühlen lassen und alles fein pürieren.

2 Birne waschen, entkernen und auf einem Gemüsehobel in feine Scheiben hobeln. Salat waschen und trocknen. Nüsse in einen Blitzhacker geben, fein mahlen und auf einen Teller geben. Das Ei mit einem Schneebesen verquirlen und in einen weiteren Teller geben. Den Käse horizontal halbieren und jeweils beide Seiten mit Mehl bestauben, dann in Ei und danach im Nussmehl wälzen. Die Brötchen in einer Pfanne ohne Fett rösten. Restliche Butter und Öl in einer Pfanne erhitzen und den Käse ca.
5 Minuten braten, nach der Hälfte der Zeit wenden.

3 Brötchen mit Pilzcreme bestreichen und mit Salat, Käse und Birne anrichten. Mit der oberen Brötchenhälfte bedecken.

 

Dinkel-Buchweizen-Brötchen für die Burger

Zutaten für 8 Brötchen

Vorteig:
-200 g Dinkelvollkornmehl
-200 g Wasser
-1 g Hefe

Hauptteig:
-140 ml Vollmilch (3,5 % Fett)
-250 g Dinkelvollkornmehl
-50 g Buchweizenmehl
-4 g frische Hefe
-10 g Salz
-1 TL Walnussöl
-Schamott- oder Pizzastein
(nach Belieben)

 

Zubereitung (40 Minuten + 24 Stunden ruhen + 20 Minuten Backen)

1 Für den Vorteig alle Zutaten mit einem Löffel verrühren und ca. 20 Stunden bei Raumtemperatur abgedeckt ruhen lassen. Am Ende hat sich das Teigvolumen verdoppelt.

2 Für den Hauptteig 120 ml Milch, die Mehle und die Hefe zum Vorteig geben und 5 Minuten mit den Knethaken des Handrührgeräts bei geringer Geschwindigkeit kneten. Den dabei entstehenden klebrigen Teig unter schnellerem Kneten 5 Minuten mit den Knethaken weiter bearbeiten und die restliche Milch in einem sehr dünnen Strahl einrühren. Nach 5 Minuten zunächst Salz, dann Öl zugeben und je 2 Minuten kneten. Der Teig sollte am Ende schwach klebend und mittelfest sein und sich gut vom Schüsselrand lösen lassen.

3 Den Teig luftdicht verschließen und 1 Stunde bei Raumtemperatur gehen lassen. Dann den Teig kurz von Hand durchkneten und 8 Teigportionen abstechen. Jeweils zu einer Kugel formen, diese flach auf eine bemehlte Arbeitsplatte
drücken und walken. Dazu das Teigstück von hinten eng zylinderförmig aufrollen, dabei immer wieder den Teig von hinten greifen und nach vorne aufrollen und in das vorne liegende Teig-Ende leicht eindrücken. Die Teiglinge dann mit der glatten Fläche nach oben zeigend auf ein bemehltes Backpapier setzen und 3 Stunden im Kühlschrank im obersten Fach gehen lassen.

4 Wer einen Schamott- oder Pizzastein hat, sollte diesen ca. 1 Stunde vor dem Backen vorheizen. Ohne Stein reicht es, den Backofen 20 Minuten vorher auf 230 °C vorzuheizen.

5 Die Brötchen mit der glatten Fläche nach unten zeigend auf ein Backpapier legen. Im Backofen 10 Minuten auf der mittleren Schiene mit Dampf backen. Dazu 100 ml Wasser auf den Ofenboden gießen und die Ofentür sofort schließen, wenn die Brötchen im Ofen sind.

6 Nach den ersten 10 Minuten Backzeit die Ofentür öffnen, die feuchte Luft entweichen lassen und die Temperatur auf 210 °C reduzieren. Weitere 5 Minuten backen, dann für die letzten 5 Minuten die Ofentür mithilfe eines Kochlöffels
einen Spalt aufstellen. Die Brötchen aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitterrost auskühlen lassen.

 

 

 

 

 

 

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7 Kommentare zu Clean Eating: Gut für Körper und Seele

  1. Nicole Schäfer 17. Juli 2017 um 11:46 #

    Hallo zusammen! 🙂

    Habe ein tolles leckeres Rezept gefunden und gleich auf unserem Blog gepostet…
    low carb Blumenkohlreis… das wollte ich unbedingt mit euch teilen.
    Versucht ihn mal, ich hoffe ihr mögt ihn so wie ich! 😀

    Auf ein gesundes Leben!

    • Teresa Lehner
      Teresa Lehner 17. Juli 2017 um 14:27 #

      Liebe Nicole,

      vielen Dank für deinen Tipp!:)

      Liebe Grüße,

      Teresa

  2. Nicole Schäfer 13. Juli 2017 um 14:55 #

    Hi!

    Das sieht echt sehr lecker aus ! 😀

    Mein Mann hat im Mai die Diagnose Diabetes erhalten und lebt seither Zuckerfrei. Er hat inzwischen schon beträchtlich an Gewicht verloren und fühlt sich fitter und voll Energie. Man merkt richtig den Unterschied zu früher.

    Meine Familie achtet jetzt allgemein viel mehr darauf was gegessen wird und was man lieber weg lässt.
    Wir lieben unser neues gesundes Leben inzwischen! 😀

    Ich habe mich in letzter Zeit sehr mit den Themen Zucker und gesunde Ernährung auseinandergesetzt und es ist wirklich nicht immer einfach gesund, zuckerfreie und lecker zu kochen. Doch es lohnt sich dran zu bleiben!

    Ein Tipp:
    Der Film „VOLL VERZUCKERT“ hat uns auch die Augen geöffnet und gezeigt wo sich der Zucker überall versteckt. Ich kann den Film nur empfehlen!

    Auf ein gesundes Leben! 🙂

    • Teresa Lehner
      Teresa Lehner 14. Juli 2017 um 8:47 #

      Liebe Nicole,

      danke für deinen Beitrag! Es ist auf jeden Fall lohnenswert am Ball zu bleiben! Und danke für den Film-Tipp!

      Liebe Grüße,

      Teresa

  3. alquiler coche barato España 28. Mai 2016 um 12:39 #

    OH

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